Trump wird Präsident

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Donald Trump wird der nächste US Präsident (noch nicht fertig ausgezählt):

Trump wird Praesident

In einem Rennen zweier mehrheitlich unbeliebter Kandidaten wählten die US Amerikaner gegen eine berechenbare Weiterführung des ungeliebten Status Quo und für eine schwierig einzuschätzende neue Politik.

Die US Aktienbörse ist vorbörslich etwa so viel im Minus wie sie in den letzten zwei Tagen gestiegen sind, wo die Chancen von Clinton als hervorragend eingeschätzt wurden. Netto also bisher kein dramatischer Effekt.

Die Vorhersagen waren praktisch unisono falsch. Sind die Experten daran schuld? Wir meinen für einmal nein.

Die Situation gleicht derjenigen bei der BREXIT Abstimmung in diesem Sommer. Eine grosse Mehrheit der Medien vertritt die eine Seite und stellt die andere Seite etwas heftig als ‚unwählbar‘ und ‚politisch unkorrekt‘ hin. Diese ‚Propaganda‘ hat gewirkt, aber nicht so wie gedacht.

Zum Einen stimmen die Umfrageergebenisse nicht mehr. Wer sich in den nicht ganz so anonymen Umfragen nicht traut zu sagen, dass er für die ‚politisch unkorrekte‘ Seite stimmt, traut sich offenbar, dies bei der anonymen Stimmabgabe zu tun. Kein Wunder, sind die Umfragen somit gefärbt und taugen weniger als sonst für Vorhersagen.

Allein, das Ausmass erstaunt. Eventuell war es – zweitens – somit kontraproduktiv, einen schwachen und viel kritisierten Status Quo als alternativlos hinzustellen anstatt Kritikpunkte aufzunehmen. Die Stimmberechtigten scheinen so erst recht für einen Wechsel zu stimmen, egal ob die Versprechungen und die Aussichten auf eine positive Veränderung realistisch sind.

Was wird anders?

Trump scheint protektionistischer zu sein. Für lokal agierende Firmen, die stark auf Export/Import angewiesen sind, kaum ein Positivum. Für global agierende Konzerne dürften die Auswirkungen eher bescheiden sein. Einzig bei sehr starkem Protektionismus, wenn bspw. der Handel mit China massiv beschränkt würde, dürften auch diese Grossfirmen mehr Schwierigkeiten bekommen.

Trump steht auch für eine aggressivere Gangart bei der Geldpolitik. Nicht der US Präsident ist für die Geldpolitik zuständig, sondern die Federal Reserve Bank FED. Dennoch dürften die Chancen für eine Abkehr von der aktivistischen Zentralbankpolitik und damit auch für etwas höhere Zinsen unter Präsident Trump gestiegen sein.

Dafür ist Trump wohl weniger aggressiv in der Aussenpoltiik sein (abgesehen von der Wirtschaftspolitik). Wo er die Interessen der USA nicht tangiert sieht, wird er sich eher zurückhalten.

Einen Effekt sieht man bereits heute. Die Pharmabranche war eine Lieblingszielscheibe von Clinton. Der Clinton-Malus ist weg, Novartis und Roche haben heute bei klar negativen Börsen deutlich im Plus eröffnet.

Nach zwei so überraschenden Entscheiden des Volkes gegen das Establishment, wird vermutlich die direkte Demokratie in den nächsten Monaten vermehrt in die Kritik geraten. Nach dem Motto ‚Das Volk ist nicht fähig, sinnvoll zu entscheiden und weiss nicht, was gut ist, es ist überfordert‘. Wir sind da ganz anderer Meinung.

Natürlich entscheidet auch das Volk manchmal ‚falsch‘. Erstens lässt sich aber trefflich streiten, was richtig und was falsch ist. Selbst im Nachhinein ist das oft nicht so ganz klar. Zweitens ist in einer Demokratie, wo der Rechtsstaat den Souverän ausbalanciert, das Risiko für eine ungebührliche Machtkonzentration geringer als in einer Diktatur des Establishments. Drittens ist die Mitbestimmung per se ein Wert. Viertens sollte der Staat für die Bürger da sein und nicht umgekehrt.

Politische Börsen haben kurze Beine. Brexit wie Trump waren Entscheide, die politisch durchaus Wirkung haben. An den Börsen wird es einige Tage turbulenter sein, danach wird der Fokus aber wieder auf die Zentralbanken und Gewinnentwicklung der Firmen zurückgehen.

Der nächste politische Aufreger steht aber bereits vor der Tür. Im Dezember gibt es in Italien eine Abstimmung über eine Verfassungsänderung, wo Renzi auch schon mal mit Rücktritt gedroht hat, sollte er mit seinen geplanten Aenderungen nicht durchkommen.

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