Rückblick
Obwohl sich 2025 die Unsicherheiten (geopolitisch wie auch handelspolitisch) markant erhöht haben, war das Aktienjahr 2025 nur anfänglich turbulent, als Trump die Welt mit seinen Zollankündigungen schockte. Immerhin relativierten sich im Verlauf des Jahres die angedrohten Zollhöhen und die Aktienmärkte zeigten sich ab April von der sehr sonnigen Seite und stiegen stark an.
Der S&P 500 erreichte auf Jahresbasis +17% und erneut neue Höchststände. Der DAX legte mit +22% noch stärker zu, der SMI mit +14% etwas weniger, aber immer noch überdurchschnittlich:

Nicht vergessen sollte man allerdings die Währungsbewegungen. Der USD verlor gegenüber dem Franken mit -13% sehr stark, der EUR verlor nur etwa 1%. Unter Berücksichtigung des schwachen USD war der US Aktienmarkt für Schweizer Franken Anleger also gar nicht „soooo“ stark.
Wer in Edelmetalle wie Gold oder allenfalls in Goldminenaktien investierte, hatte einen enormen Performancetreiber. Gold beispielsweise legte sagenhafte +63% in USD zu, in CHF blieben immerhin noch deutlich über +40%.
Schwieriger war die Entwicklung bei den Zinspapieren. Die Zinsen blieben in CHF auf sehr tiefem Niveau, die Performance der Obligationen war entsprechend tief.
Umgesetzt in Anlagestrategien hat dies bei den ausgewogenen Strategiefonds der UBS oder Raiffeisen zu einer Jahresperformance 2025 von etwa 6-8% geführt:

Ausblick
Die geopolitischen Unsicherheiten steigerten sich in den ersten Tagen von 2026 mit der Entführung des venezolanischen Staatspräsidenten Maduro durch die USA bereits weiter. Die vordergründige Verlässlichkeit auf das Völkerrecht hat sich weiter verschlechtert. Trump scheint mit Venezuela nicht aufhören zu wollen und hat bereits weiteren Ländern wie Kuba oder Kolumbien bzw. deren ‚Chefs‘ gedroht, Grönland will er gar übernehmen. Solch angestiegene Unsicherheiten sollten eigentlich nicht positiv für die Aktienmärkte sein, im Gegenteil. Ähnlich unbeeindruckte Aktienmärkte haben wir bereits in den letzten Jahren gesehen, wo v.a. der US Aktienmarkt gefährlich hohe Bewertungen erreicht hat.
Aber wie nahe sind wir am Ende dieses mehrjährigen Aufwärtstrends? Welche Anzeichen gibt es derzeit? Sind die Anleger zu unvorsichtig? Anbei ein paar Punkte, die auffällig sind:
1. Investoren sind sehr bullish

2. Junk Bond Spreads sehr tief: wie viel höher sind die Zinsen von Ramschanleihen im Vergleich zu Staatsanleihen:

3. Die Marktkonzentration ist extrem hoch:

4. Die Bewertung des US Marktes ist rekordhoch:

5. Das Leverage am Aktienmarkt ist ebenfalls rekordhoch:

6. Eine neue Technologie (KI) treibt die Phantasie der Investoren (ähnlich wie das Internet zu Zeiten der Dotcom-Bubble zum Jahrtausendwechsel)
7. Gegenseitige Geschäfte treiben die Umsätze und Gewinne der grossen KI-Firmen stärker an als deren Cash Flows
Anlageimplikationen
Die globalen Unsicherheiten haben weiter zugenommen. Dennoch scheinen die Anleger weiterhin sehr euphorisch für Aktieninvestments zu sein. Die Bewertungen sind demzufolge extrem hoch und die Risikoentschädigung sehr tief. Wann und wie sich diese Extremsituation wieder normalisieren wird, kann niemand genau sagen. Wir empfehlen aber angesichts dieser Warnzeichen, die Aktienquote unterzugewichten und in günstig bewertete und nicht zu stark verschuldete Unternehmen zu investieren.